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Ökologischer Landbau in der Viehzucht

Die ökologischen Erwägungen begannen bei der Feldwirtschaft, nach und nach wurden die Vorgaben auf die Viehzucht übertragen und diese in die ökologische Produktion miteinbezogen. Dieser Prozess wurde durch den Druck der Verbraucher begünstigt, die ihrerseits durch die vielen alarmierenden Meldungen über Krankheiten und sonstige gesundheitsschädliche Vorgänge in der Nahrungsmittelindustrie aufgeschreckt wurden.

Die ökologische Viehwirtschaft basiert auf der Bevorzugung ökologischer Vielfalt, der Bevorzugung von Rassen, die sich ihrem Umfeld am besten angepasst haben und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten. Einheimischen Rassen ist bei gleichen Voraussetzungen der Vorrang einzuräumen. Es wird eine extensive Produktionsform vorgeschrieben. Der Zukauf von Futtermitteln ist reglementiert, die Verfütterung von Tiermehl und lange Lebendtransporte von Schlachtvieh über große Distanzen sind verboten.

Gentechnisch manipulierte Tiere und von ihnen erzeugte Produkte vertragen sich nicht mit den Prinzipien der ökologischen Viehwirtschaft.

Herdbuchzucht Uckermärker

Seit dem Jahr 1992 züchten wir Uckermärker. Seit diesem Jahr sind sie als Rinderrasse anerkannt. Uckermärker sind Fleischrinder.
Diese Zuchtlinie entstand Anfang der 1970 Jahre als Genotyp 67 in der Uckermark, vorrangig im Gut Criewen, durch systematische Kreuzungen der Rassen Fleckvieh und Charolais. Es ist eine bodenständige Rasse mit guter Aufzuchtleistung und hoher Anpassungsfähigkeit, die vorrangig in den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verbreitet ist. Sie soll den wirtschaftlichen Erfordernissen der mutterkuhhaltenden Betriebe und denen der Gebrauchskreuzung entsprechen. Als Produktionseigenschaften werden ausgeprägte Mütterlichkeit, Leichtkalbigkeit, Gutartigkeit, Frohwüchsigkeit der Kälber sowie lang anhaltendes Fleischwachstum ohne wertmindernde Verfettung in der Ausmast angestrebt.

Zuchtorganisation

Unsere betriebliche Zuchtorganisation und die Herdenstruktur sind den Grundsätzen der Herdbuchzucht bei Fleischrindern angepasst Für unsere weiblichen Rinder gibt es drei Selektionsstufen:

  • Die 365-Tage-Leistung
    Alle weiblichen Jungrinder werden im Alter von 365 Tagen gewogen und nach ihrer täglichen Zunahme selektiert. Sie müssen mindestens 90% des Herdendurchschnittes erreichen, um zur Reproduktion des Mutterkuhbestandes verwandt zu werden.
  • Die Jungkuhleistung
    Die täglichen Zunahmen des Kalbes bis zum Absetzen sind der Gradmesser für die Milchproduktion der Jungkuh. Die Kälber müssen mindestens 90% der täglichen Zunahmen der männlichen bzw. weiblichen Kälber erreichen, damit die Jungkuh weiter als Mutterkuh im Bestand verbleibt. Sowohl bei der 365-Tage-Leistung, als auch bei der Jungkuhleistung wurde im Verlauf der Jahre ein betriebliches Normativ ermittelt, dass sich an den erreichten Bestwerten orientiert.
  • Die Reproduktionsleistung
    Kühe die in der Deckperiode nicht tragend geworden sind, werden selektiert. Bei Kühen, die eine Tot- bzw. Fehlgeburt hatten, oder wo das Kalb vor Beginn der Deckperiode verendet ist, wird die Aufzuchtleistung der Vorjahre betrachtet. Gab es bereit eine Totgeburt oder eine vorzeitige Verendung des Kalbes wird die Kuh selektiert.

Für die Reinzucht kaufen wir auf den Auktionen oder befreundeten Züchtern sehr gute Vererber zu, die im ersten Jahr eine eigene Prüfherde (10 Jungkühe) erhalten. Hier werden sie auf Charakter und Kalbeverlauf getestet. Sie sind in den kommenden Jahren für den Einsatz in der Färsen- oder Jungkuhherde vorgesehen.

Deckbullen produzieren wir nur noch für den eigenen Bedarf. Sie werden in den Stammherde oder in den Produktionsherden eingesetzt. Bullenkälber mit einer sehr guten Mutter- und Vatergrundlage, sowie mindestens 1.300 g LTZ bis zum Absetzen kommen in die Eigenleistungsprüfungsanstalt nach Groß Kreutz. Wenn sie ihre guten Leistungen dort bestätigen werden sie in den Produktionsherden zur Absetzerproduktion eingesetzt. Wir setzen ausschließlich Deckbullen der Rasse Uckermärker ein.

Mutterkuhhaltung

Es gibt für den Unternehmensverbund eine einheitliche Produktionsorganisation. Wo es die Effektivität erfordert werden gemeinsame Herden gebildet, z.B. Färsenherde, Jungkuhherde.

Nach dem Vorbild französischer Fleischrindzüchter haben wir eine einheitliche Winterabkalbung. Die Besamungs- bzw. Deckperiode dauert vom 01.Februar bis zum 30.06., demzufolge kalben unsere Kühe vom 01. November bis zum 15. April, vorrangig im Stall. Das hat den Vorteil, dass die Abkalbung besser unter Kontrolle ist, die Kühe beim Weideaustrieb noch einmal einen Schub in der Milchleistung bekommen und die Mastochsen nach zwei Jahren zu einem Zeitpunkt schlachtreif sind, wo naturgemäß ein Bedarf an Rindfleisch besteht.

Wir haben folgende Herdenstruktur:

  • Stammherde
    Die Herdebuchkühe werden in drei Stammherden gehalten, was uns ermöglicht sehr gute Vererber, oder deren Söhne über einen sehr langen Zeitraum zu halten.
  • Färsenherde
    Die Färsen werden im Alter von ca. 24 Monaten besamt, bzw. gedeckt. In der Zeit vom 01. Februar bis zum Weideaustrieb Anfang bis Mitte April wird generell mit Uckermärkersperma besamt. Die verbleibenden Tiere werden nach Weideaustrieb bis zum 30. Juni von einem Bullen gedeckt.
  • Jungkuhherde
    Es hat sich bewährt, tragende Färsen in einer Herde abkalben zu lassen, weil sie dort nicht den Rangkämpfen mit den älteren Kühen ausgesetzt sind. Für die Jungkuhselektion es wichtig, dass sie ihre Kälber unter einheitlichen Bedingungen aufziehen.Seit Februar 2009 besamen wir auch die Jungkühe.
  • Produktionsherden
    Im Unternehmensverbund gibt es zwei, Produktionsherden, die weibliche Absetzer zum Verkauf und männliche Absetzer für die Ochsenmast erzeugen. Wir setzen ausschließlich Deckbullen der Rasse Uckermärker aus der eigenen Zucht ein.

Zertifikat

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